Es gibt Tage…

Es gibt Tage, an denen will nichts so richtig funktionieren. Und die enden in der Regel mit Abenden, an denen nichts so richtig funktioniert:

Phil hat schlechte Laune, jammert und weint, will nicht in das Laufgitter, nicht auf den Fußboden, aber auch nicht getragen werden. Abends schläft er nur mit Mühe ein. Auch mit den Mädchen klappt das Zubettgehen nicht: Lena steht ständig wieder unten bei uns im Wohnzimmer, jedesmal mit einer anderen Ausrede: Sie möchte kuscheln, sie hat ein Haar im Mund, sie hat Bauchweh, das Kirschkernkissen fällt immer runter vom Bauch…

Wir sind gereizt und schimpfen. Lena weint, Phil wacht auf. Papa bringt Lena wieder ins Bett. Dann geht er aus dem Haus und ich bleibe allein mit dem Problem, den immer noch weinenden Phil zum Schlafen zu bringen.

Streicheleinheiten, Trinkflasche, Globuli: Ich probiere die üblichen Methoden aus, aber alle versagen. Irgendwann gebe ich auf und lege mich neben Phil ins Bett. In der Dunkelheit rattern die Gedanken in meinem Kopf – all die unerledigten Dinge, die ich mir vorgenommen hatte und die nun weiterhin unerledigt bleiben, während die Minuten nur so verrinnen.

Phil schläft natürlich nicht ein. Er liegt neben mir, hat nicht mal den Anstand, die Augen zu schließen, und ist ganz ruhig. Weggehen darf ich nicht, dann geht das Geschrei wieder los. Also schnappe ich mir Phil und nehme ihn wieder mit nach unten. Ich sehe den PC, an dem Arbeit auf mich wartet, die Spülmaschine, die leer geräumt werden müsste, die Einkaufsliste, die auf Vervollständigung wartet, und mir ist zum Heulen zumute.

Insbesondere auf die Abende verlasse ich mich. Das sind zwei fest einkalkulierte freie Stunden, die ich für all das brauche, was ich tagsüber nicht geschafft habe. Für Dinge, bei deren Erledigung ich mich konzentrieren muss und kein Kindergeschrei im Hintergrund gebrauchen kann. Und ja, ab und zu auch für die wohlverdiente Entspannung am Ende eines anstrengenden Tages. Wenn diese zwei Stunden dann wegfallen, bin ich einfach nur frustriert.

Es gibt sie, diese Tage. Nicht besonders häufig, aber es gibt sie.

Nachtrag: Und dann erscheint plötzlich D. wieder auf der Bildfläche, mein ‚knight in shining armor‘, nimmt mir Phil ab und ich habe plötzlich doch noch ein wenig Zeit.

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