Die Hormone. Nur die Hormone!

Ich habe alle drei Schwangerschaften sehr genossen, wirklich. Aber in diesen neun Monaten verwandelt sich Frau von Zeit zu Zeit in ein reichlich hormongeschütteltes, kaum wiedererkennbares Etwas. D. könnte dazu Geschichten erzählen… (Wenn das Thema unter Freunden auf den Tisch kommt, schweigt er in der Regel rücksichtsvoll. Ich habe aber auch schon erlebt, wie es aus ihm herausplatzt: „Ihr habt ja keine Ahnung, wie schlimm das manchmal gewesen ist!“)

Ich selber habe gar nicht so sehr wahrgenommen, wie unausstehlich ich war; eigentlich kam ich ganz gut mit mir zurecht. Woran ich mich aber sehr deutlich erinnere, ist ein langer und schwerwiegender Ausfall meines Verstandes während der Schwangerschaft mit Lena:

Im Vergleich zur ersten Schwangerschaft begann mein Bauch sehr früh sehr schnell zu wachsen. Irritiert begann ich zu glauben, dass er dieses Mal wohl zwei statt einem Baby beherberge. Dass mehrere Ultraschall-Untersuchungen und letzlich auch die reine Wahrscheinlichkeit dagegen sprachen, war dabei vollkommen irrelevant. Mein hormonumnebeltes Hirn redete mir ein, dass sich irgendwo in meinem Uterus noch ein unentdeckter Zwilling versteckt haben müsse. Auf der Suche nach Bestätigung für meine geniale Theorie wandte ich mich vertrauensvoll an Google und durchforstete das Internet nach entsprechenden Erlebnisberichten. Wer sucht, der findet… Ich fand also die Erlebnisberichte,  vertiefte mich in endlose Forendiskussionen und las Unmengen zweifelhafter Einträge, die alle dazu beitrugen, dass sich das Hirngespinst dauerhaft in meinen Kopf festsetzte. (Das waren die Hormone. Ich schwöre es. Nur die Hormone!) Nun ja. Spätestens, als die Wehen einsetzten, war ich geheilt von meinen Visionen.

Jetzt bin ich aber abgeschweift von dem, was ich eigentlich erzählen wollte. Etwas Gutes hatten meine stundenlangen Recherchen zum Thema Zwillinge nämlich: Ich bin auf einen unheimlich interessanten Blog gestoßen, der mein Leben nachhaltig bereicherte.

Der Blog nannte sich zunächst „Der kleine Muc“. Darin berichtet Frida Petersen von der schwierigen Zeit ihrer Kinderwunsch-Therapie, die glücklicherweise erfolgreich verlaufen ist und in einer Zwillings-Schwangerschaft resultierte – und aus dem kleinen Muc wurde „Der kleine Muc²“. Der Leser durfte Frida begleiten bei ihrer nicht immer komplikationslosen Schwangerschaft und der überraschenden Geburt, durfte  ihre Zwillinge Emil und Anton kennen lernen, durfte (fast) alle Höhen und Tiefen in den darauffolgenden turbulenten Monaten hautnah miterleben. 2015 dann hat die Familie den mutigen Entschluss gefasst, nach Neuseeland auszuwandern. Mit ihr ist der Blog umgezogen: Von nun an hieß er „doubletravel. familienabenteuer in neuseeland“.

Leider ist der Blog inzwischen stillgelegt. Weil das die Einträge aber nicht weniger lesenwert macht und vor allem, weil „Der kleine Muc²“ der Auslöser für meinen Wunsch war, selbst zu bloggen, muss ich ihn an dieser Stelle einfach erwähnen.

Danke, Frida, für Inspiration und für über anderthalb Jahre Lesevergnügen. Auf diesem Wege noch mal alles Gute für euer Leben in Neuseeland – eine Entscheidung, die ich bewundere und für die ihr allen Respekt verdient habt.

P.S.: Einer meiner absoluten Lieblingsartikel ist „Jobsuche Teil 1: Wer hoch will macht das Licht aus. Ein Rückblick.“ Ein charmant geschriebener Rückblick auf Studium und Start ins Arbeitsleben, in dem sich sicher der ein oder andere wiedererkennt.

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