Der erste Arbeitstag. Für zwei.

Heute war ein ziemlich spannender Tag für uns, an dem zwei große Premieren auf dem Plan standen: Phil hatte seine in der Kinderkrippe, und ich die meine auf Arbeit.

Der Wecker klingelte heute bereits 5.30 Uhr, statt, wie all die Monate zuvor, erst eine halbe Stunde später. Dank der zusätzlichen halben Stunde sind wir pünktlich 7 Uhr aus dem Haus gekommen. Und dann sind wir in Kolonne im Kindergarten eingerückt: Zwei Eltern und drei Tiets in zwei Autos, beladen mit zwei Rucksäcken, zwei Matschhosen, einer Baby-Trinkflasche und einem Gläschen Brei.

Das erste Mal zogen wir in der Garderobe drei Kinder aus – ein Prozedere, das dank vereinter elterlicher Bemühungen erstaunlich schnell vonstatten ging. In der Kinderkrippe haben wir Phil zusammen mit Lena im Zimmer abgegeben. Phil ließ den Wechsel der Bezugsperson anstandslos über sich ergehen: Kein Jammern, kein Brüllen. Um ihm den Abschied nicht unnötig zu erschweren, sind wir gleich wieder verschwunden. Nachdem wir auch Lena in ihr Zimmer gebracht hatten, blieb D. kurz im Gang stehen. Beim Herausgehen raunte er mir verschwörerisch zu: „Ich habe gelauscht: Kein Weinen zu hören…“ Die erste Hürde war genommen.

Und dann sind wir in die Autos gestiegen und auf Arbeit gefahren. Beide. Zum ersten Mal seit gut elf Monaten. Auf diesen (vierten ;)) ersten Arbeitstag hatte ich mich sehr gefreut; das ganze Wochenende schon war ich mit breitem Grinsen auf dem Gesicht durch das Haus gelaufen.

Ich wurde nicht enttäuscht: Es war toll, alle Kollegen wiederzusehen, und die Freude beruhte, soweit ich das beurteilen kann, auf Gegenseitigkeit. (Die zwei Sätze, die ich heute am häufigsten hörte, waren verschiedene Variationen von: „Ah, unsere neue Mitarbeiterin.“ und „Na, wann kommt das Vierte?“) Ich habe es genossen, die geschäftige Atmosphäre in den Büros zu spüren, endlich wieder Teil davon zu sein. Überall wurden Gespräche geführt, die sich nicht um Babys drehten, nicht um Windeln, um Brei oder um Wäscheberge – und auch das habe ich genossen.  Kurzum: Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Die ersten zwei Stunden konnte ich mich auch voll auf die Arbeit konzentrieren. In der Frühstückspause allerdings habe ich dann den Fehler gemacht, darüber nachzudenken, wie es Phil wohl gerade ginge. Das war’s für meine Konzentration: In zunehmender Häufigkeit schielte ich aufs Handy, immer in der Erwartung, jeden Moment einen Anruf vom Kindergarten zu erhalten.

Aber das Handy blieb stumm. Ich musste keinen Rettungseinsatz fahren, sondern konnte die Firma zur geplanten Uhrzeit verlassen. Auf dem Weg zum Kindergarten wurde ich trotzdem immer nervöser. Völlig umsonst, wie sich zeigte: Phil kam mir auf dem Arm der Kindergärtnerin entgegen, erkannte mich ohne wahrnehmbare Änderung seiner Mimik und nahm auch die Übergabe in Mamas sehnsüchtig ausgestreckte Arme mit Gleichmut hin. Er hätte zwar nur wenig geschlafen und sei zum Ende hin weinerlich geworden, wurde mir berichtet, aber im Großen und Ganzen wäre alles okay gewesen.

Nun denn: Ich würde sagen, wir haben beide unseren ersten Arbeitstag mit Bravour gemeistert.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s