10 Dinge, die die Tiets wirklich gerne essen

Die Tiets und das Essen: Ein heikles Thema. Das war nicht immer so; sowohl Nele als auch Lena hatten zunächst, als der Brei schrittweise von fester Nahrung abgelöst wurde, ein sehr gutes und unkompliziertes Essverhalten, das im Kindergarten damals fortwährend lobend erwähnt wurde. Das hat sich mit der Zeit leider verloren, und heute muss ich mich schon sehr anstrengen, um den Tiets eine Mahlzeit zu präsentieren, die sie vollständig und ohne Mäkelei zu sich nehmen. Das gilt insbesondere für das Mittagessen: Nur allzu häufig bekommen wir nach dem ersten Bissen von Lena zu hören: „Das schmeckt mir sooo lecker!“. Eine Minute später schon wird das Kinn in die Hand gestützt und das Besteck abgelegt, begleitet von einem zögerlichen „Mamaaa… Das schmeckt mir nicht so gut.“ Lena, die sich ihre große Schwester besonders gern in solchen Momenten zum Vorbild nimmt, legt sofort nach: Sie schiebt den Teller mit Schwung bis zur Tischmitte, während sie voller Inbrunst „Mir aber auch nicht!“ exklamiert.

Nun ja. Irgendwann haben sich aber doch gewisse Geschmacksvorlieben bei unseren Kindern herauskristallisiert, die dauerhaft bestehen geblieben sind und auf die wir im kulinarischen Notfall zuverlässig zurückgreifen können. Hier kommt die Liste der 10 Nahrungsmittel, die den Tiets so richtig gut schmecken:

  1. Oliven. Es ist mir ein Rätsel, weil ich selbst 25 Jahre gebraucht habe, um zu entdecken, dass Oliven gut schmecken, aber beide Mädchen lieben Oliven. Ob pur, als Topping für den Brotaufstrich oder als kleingeschnittener Bestandteil des Mittagessens: Die mediterranen Steinfrüchte werden bei uns Zuhause schneller vertilgt, als ich sie nachkaufen kann. Dabei sind die Grünen etwas beliebter als die Schwarzen, die Ungefüllten als die Gefüllten.
  2. Nudeln. Es ist ein Klischee, aber eines, das bei uns hundertprozentig zutrifft: Kinder lieben Nudeln. Dabei sind Form und Art vollkommen egal, auch wenn wir meist Penne nutzen, da sie leichter mit der Gabel anzuspießen und daher fleckenvermeidungsfreundlicher sind. Schon lange gibt es bei uns hauptsächlich Vollkorn-Nudeln, seitdem wir um Lenas Weizen-Unverträglichkeit wissen, nur noch Dinkel-Nudeln. Ich konnte keinen Einfluss der Getreidesorte auf die Beliebtheit erkennen: Pasta geht eben immer.
  3. Leberwurst. Noch so ein Klassiker. Gibt es eigentlich Kinder, die keine Leberwurst mögen? So wirklich gern sehe ich das nicht, wenn ich bedenke, wieviel Fett und Salz darin enthalten ist. Andererseits gilt das wohl mehr oder weniger für alle Wurstsorten… Und da Wurst nur bei einem gewissen Teil der Mahlzeiten serviert wird, finde ich mich eben damit ab: Wenn Leberwurst da ist, wird Leberwurst gegessen. Punktum.
  4. Dosenmais. Das betrifft jetzt eher Lena: Wann immer sie ein mit den gelben Körnern gefülltes Behältnis in ihrem Wirkungsradius detektiert, fängt sie aufgeregt an zu herumzutanzen: „Mais! Da steht Mais! Mais, Mais, Mais!“ Beim Essen müssen wir sie regelrecht bremsen, sonst würde sie locker den Inhalt einer ganzen Dose auf einmal verspeisen.
  5. Sojajoghurt mit Bananen-Geschmack. Neles absoluter Favorit für ihr morgendliches Müsli-Cornflakes-Gemisch, der alle anderen Geschmacksrichtungen um Längen schlägt. Lena dagegen bevorzugt Hafermilch.
  6. Knäckebrot. Die Tiets mögen Knäckebrot wesentlich lieber als normales Brot. Bei Nele liegt das wohl daran, dass eine Scheibe Knäckebrot in der Regel wesentlich kleiner ist. Da sie vor allem abends um jeden Bissen ringt, den sie nicht essen muss, stellt das natürlich einen strategischen Vorteil dar. Lena hat sich vorgenommen, Knäckebrot zu mögen, seitdem Mama es das erste Mal auf den Tisch gebracht hat, und hält seitdem, konsequent wie sie ist, an ihrer Einstellung fest. Es knuspert schön und ist außerdem die ideale Marmite-Grundlage (siehe Punkt 5) – was will man Tiet mehr?
  7. Marmite. Marmite? Was ist Marmite? Kennengelernt habe ich diesen Brotaufstrich in England. Bei den Briten gehört er in jeden Haushalt, beworben mit dem Spruch „Love it or hate it“. Das bringt es eigentlich gut auf den Punkt: Marmite ist absolute Geschmackssacke. „Erdöl“ gehört noch zu den freundlicheren Bezeichnungen, mit denen der Brotaufstrich hierzulande bedacht wird. Auch bei mir hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich meine Einschätzung „disgusting“ revidiert habe – heute esse ich Marmite, ganz dünn aufs Knäckebrot gestrichen, unheimlich gern. Als sie das das erste Mal gesehen haben, wollten die Tiets natürlich auch davon probieren. Vielleicht war es unser siegesbewusstes „Das schmeckt euch sowieso nicht“, das den Ausschlag gegeben hat, oder vielleicht ist der kindliche Geschmackssinn noch viel verrückter, als wir angenommen haben: Zu unserem großen Erstaunen mochten die Mädchen Marmite auf Anhieb, und seitdem gehört sie zum Standardinhalt unseres Vorratsschranks.
  8. Äpfel. Das Lieblingsobst unserer Kinder. Lena nimmt sie prinzipiell nur geschält zu sich. Auch Nele konnten wir erst vor kurzem davon überzeugen, dass die Schale ohne bleibende Schäden für Zähne, Mund oder Magen mitgegessen werden kann.
  9. Gurken. Das Lieblingsgemüse unserer Kinder. Am liebsten essen sie die Gurken in Scheiben geschnitten und mit einer Prise Salz versehen. (Aus unserem dafür vorgesehenen Salzstreuer kommt so gut wie nichts mehr heraus. „Da ist wirklich Salz drauf. Das siehst du nur nicht, weil es auf der Gurke ganz durchsichtig geworden ist.“, versichern wir immer, sobald eines der Mädchen beginnt, Mutmaßungen über den Füllstand anzustellen. Mal sehen, wie lange das noch gut geht.)
  10. Reisflocken mit Apfel-Bananen-Mus. Der Gerechtigkeit halber möchte ich auch die Vorlieben unseres Jüngsten erwähnen, obwohl er eine zurzeit noch recht dürftige Auswahl hat. Der Mittagsbrei, der zum Großteil aus Möhren und Kartoffeln sowie wahlweise Pastinaken, magerem Fleisch oder Haferflocken besteht, wird gegessen, ist aber kein Highlight. Der abendliche Hirsebrei ist ebenfalls nur Mittel zum Zweck, wie Phil mit in regelmäßigen Abständen gerümpftem Näschen kund tut. Richtig lecker findet er lediglich den Brei, den es nachmittags gibt: Reisflocken mit einem Stück Butter und pürierten Äpfeln und Bananen. Mnjam mnjam mnjam.
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