So hab ich mich als Mama / Papa verändert #Blogparade

Frida Mercury von 2kindchaos fragt, wie wir uns verändert haben, seitdem wir Eltern sind und hat für diese Blogparade auch gleich ein wunderbar knalliges Logo bereitgestellt, das ich hiermit gern verwende 🙂 Frida sagt, dass die Veränderungen in ihrem Fall eher innerlicher Natur sind. Das geht mir ganz genauso: Die deutlichsten Auswirkungen hat das Mutter-Dasein auf mein Denken und Fühlen, äußerlich sieht man es mir nicht unbedingt an. (Naja, zumindest in der Öffentlichkeit. Zuhause sprechen die Brei- und Sabberflecken auf der Kleidung eine unmissverständliche Sprache.)

Los geht’s – hier kommen die 4 größten Veränderungen meiner Person, für die meine Kinder verantwortlich zeichnen:

  • Ich lebe bewusster. Seitdem ich Mutter bin, hinterfrage ich vieles, was ich früher vielleicht ungeprüft hingenommen hätte. Ich habe begonnen, mich mit grundlegenden Aspekten der eigenen Lebensweise auseinanderzusetzen. Woraus besteht die Nahrung, die wir täglich zu uns nehmen? Wie und von wem ist die Kleidung, die wir tragen, hergestellt? Was hat es auf sich mit Impfungen, Antibiotika und Fluorid in der Zahnpasta? Ich setze mich an den PC, recherchiere Fakten, tausche mich mit Freunden aus. Die Ergebnisse sind wie eine Lawine, die nicht mehr aufzuhalten ist, weil eine zufriedenstellend abgeschlossene Recherche zehn neue Fragen aufwirft. Der beständige Wunsch, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, hat meinen Horizont beträchtlich erweitert – und mir auch so manchen Schockmoment beschert, der insbesondere meine Ernährungsweise nachhaltig geprägt hat. Und schließlich war es die neue Rolle als Mutter, die mir vor etwa fünf Jahren den Anstoß dazu gegeben hat, meinen Süßigkeitenkonsum radikal einzuschränken. (Süßigkeiten sind sicher nicht das schlimmste elterliche Fehlverhalten, ich weiß. Aber ich habe tatsächlich seit meiner Kindheit jeden Tag enorme Mengen an Süßkram in mich hineingestopft, und obwohl ich jahrelang ein schlechtes Gewissen deswegen hatte, war es mir bis dahin nie so recht gelungen, dem Zucker zu widerstehen.)
  • Meine Wertschätzung für viele einfache Dinge des Lebens ist gestiegen. Eine Stunde ganz für mich allein ist zum Luxusgut geworden, das mit Geld kaum aufzuwiegen ist. Ein Gedicht meiner Tochter, mit kindlichem Stolz und fast fehlerfrei vorgetragen, wird zum Mini-Event, das jedem Konzert den Rang abläuft. Ein Lächeln meines Sohnes macht einen trüben Tag für mich schöner, als es ein Sonnestrahl könnte.
  • Ich bin sehr viel sensibler geworden. Zugegeben – ein sonderlich dickes Fell hatte ich noch nie. Aber seitdem ich Kinder habe, bin ich extrem anfällig geworden für das Leid von Lebewesen und überhaupt für alle möglichen Ängste. Wenn ein Bericht über Massentierhaltung im Fernsehen kommt, muss ich wegschalten – oder den Raum verlassen. Gewaltszenen in Filmen, insbesondere wenn in irgendeiner Form Kinder involviert sind, gehen gar nicht. Bei einschlägigen Zeitungsberichten kommen mir nicht selten die Tränen. Wenn ich ein überfahrenes Tier auf der Straße sehe, wird mir richtig schlecht. Ganz schlimm ist es, wenn sich manchmal diese fiesen Gedanken in den Kopf schleichen: Was wäre, wenn deinen eigenen Kindern was zustößt? Sowas beschäftigt mich sehr, und ich habe eine ganze Weile damit zu tun, das flaue Gefühl im Bauch wieder loszuwerden. Tja, und auf der anderen Seite ist da der Kuschelfaktor: Kleine flauschige Tapir-Babys im Fernsehen? Don’t get me started.
  • Ich habe meinen Platz im Leben gefunden. So viele Jahre habe ich damit zugebracht, erwachsen zu werden, mich auszuprobieren, Spaß zu haben und einigermaßen egoistisch in den Tag hineinzuleben. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas gefehlt hätte. Dann war er plötzlich da, der Moment, in dem ich dachte: Jetzt will ich ein Kind.  Und ich habe festgestellt, dass ich genau das noch gebraucht habe. Dabei sind meine Kinder nicht das Einzige, was mich ausmacht, dazu gehört noch viel mehr: Mein Mann und die unfassbare Liebe, die uns verbindet, die Selbstverwirklichung im Job, meine Leidenschaft, das Schreiben. Aber die Kinder  haben, eins nach dem anderen, im Durchmarsch und in aller Selbstverständlichkeit mein Leben komplettiert. Sie haben Prioritäten an die richtige Stelle gerückt und Gefühle in mir ausgelöst, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte. So paradox es klingen mag: Es waren diese kleinen Menschlein, die mir gezeigt haben, wer ich bin, was ich kann und was ich will.

Wie sieht das bei euch aus? Teilt eure Gedanken dazu in Fridas Blogparade, mit Open End übrigens.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s