It’s Party Time

Anfang Oktober wurde Nele, unsere Älteste, 5 Jahre alt: Das magische Alter, in dem sich unser Nachwuchs den ersten Kindergeburtstag verdient hat, wie D. und ich uns irgendwann mal überlegt hatten.

So wirklich begeistert von der Aussicht auf eine Horde lärmender Kinder im Haus waren zwar weder D. noch ich – keine Feier auszurichten wäre aber spätestens dieses Jahr keine Option mehr gewesen, weil Nele selber bereits zu zwei Kindergeburtstagen eingeladen war.

Gestern fiel dann der Startschuss zur ersten eigenen Party für unsere Älteste.

Die Gäste

Vor etwa drei Wochen verteilten wir die Einladungen. Nele durfte sich fünf ihrer Freunde aussuchen. Der Auswahlprozess nahm nicht viel Zeit in Anspruch: Die zwei Kinder, bei denen Nele selbst schon zu Gast war, standen von vornherein fest, und die anderen drei Namen hatte sie so schnell parat, dass uns der Verdacht beschlich, sie plane die Feier selbst schon seit Monaten.

Phil hatten wir für den Nachmittag an D.s Eltern verkauft. Nele und Lena eingerechnet würden also 7 Kinder durchs Haus toben.

Das Essen

Meine Mutti hatte den Kuchen gebacken: Einen ganz klassischen Papageienkuchen, den ich noch mit ein bisschen Zuckerdeko verzierte. Für das Abendessen hatte ich bereits am Tag vorher Kartoffelsalat vorbereitet. Die Wiener Würstchen dazu waren dann abends schnell gemacht, Käsewürfel, Mini-Salami sowie Obst und Gemüse ruckzuck serviert. Ketchup gab es leider nicht (hier geht es mir wie mit der Kondensmilch für den Kaffee: Da wir sowas standardmäßig nicht vorrätig haben, muss ich es für besondere Gelegenheiten erst besorgen – und vergesse hin und wieder einfach, es auf die Einkaufsliste zu setzen), was für einen kurzen Moment der Irritation bei den kleinen Gästen sorgte. Zum Glück währte die nicht lange, und zwei von ihnen haben sich sogar tapfer einen Klecks des von mir angebotenen Tomatenmarks als Ersatz auf den Teller geben lassen.

Als Getränk hatte ich je eine Packung Kirsch- und Bananensaft gekauft, die wir an Ort und Stelle zum von unseren Töchtern heiß geliebten KiBa vermischt haben. Zwei Liter Saft für 7 Kinder war möglicherweise etwas knapp kalkuliert, was aber niemanden weiter störte – die Kinder waren, als uns der Saft ausgegangen war, auch mit Wasser völlig zufrieden.

Wie man sieht, habe ich den kulinarischen Teil der Feier sehr einfach gehalten. Mehr wäre auch nicht nötig gewesen,  da die Kinder vor Aufregung sowieso nicht sonderlich viel Hunger hatten, und die Naschereien in der Zwischenzeit taten ihr Übriges 😉

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Das Programm

15 Uhr ging es los. Fast alle Gäste waren pünktlich, trafen dabei aber zufälligerweise schön gestaffelt ein: Das war natürlich günstig, so konnte Nele in Ruhe jeden Gast einzeln begrüßen, ins Wohnzimmer führen und das Geschenk entgegennehmen, während D. mit den Eltern noch einige organisatorische Details besprach – Abholzeiten, Telefonnummern und so weiter.

Zuerst haben wir Erinnerungsfotos geschossen: Eines von jedem Kind zusammen mit Nele und dem betreffenden Geschenk. Anschließend ging es ans Auspacken: Wir bemühten uns mit passablem Erfolg, das Ganze der Reihe nach zu gestalten, so dass jedes Geschenk entsprechend gewürdigt werden konnte. Die Eltern hatten uns vorher gefragt, was sie schenken könnten, so gab es in dieser Hinsicht auch nur freudige Überraschungen.

Nach dem Kaffeetrinken haben sich die Kinder ins Spielzimmer verdrückt, wo Neles Spielsachen erst einmal einer eingehenden Betrachtung unterzogen wurden und natürlich auch die neuen Geschenke ausprobiert werden mussten.

Nach einer Weile trommelten wir alle wieder im Wohnzimmer zusammen, und dann kamen wir zum lauten Teil der Party: den Partypielen. Ich hatte verschiedene Spiele auf dem Plan, von denen wir uns letztendlich für drei entschieden: Das „Mumienspiel“, bei dem ein Kind das andere mit Klopapier zur Mumie einrollen muss, dann mit den Shuffle Cards ein Kartenspiel, das leicht zu erlernen ist und nicht allzu lange dauert. Zum Schluss war „Feuer, Wasser, Sturm und Eis“ dran. Hier müssen die Kinder frei im Zimmer tanzen und immer, wenn der Spielleiter die entsprechenden Wörter ruft, verschiedene Aktionen ausführen – bei „Feuer“ beispielweise in eine Ecke rennen.

Als wir das Gefühl hatten, dass die Kinder außer Puste waren und wieder eine ruhige Phase gebrauchen könnten, nahmen Nele und Lena sie noch einmal mit hoch ins Spielzimmer. Dort machten wir ein Gruppenfoto, welches ich im Anschluss zusammen mit dem Foto vom Anfang der Feier für jeden Gast ausdruckte.

18 Uhr, also eigentlich zur selben Zeit wie immer, gab es Abendbrot. Das Ganze ging in beeindruckenden 20 Minuten vonstatten – kein Vergleich zu unserem Alltag, in dem es gut und gerne über eine Stunde dauert, bis alle Tiets das gegessen haben, was sie sollen. Die Kinder, noch gesättigt vom Kuchen und den Süßigkeiten und der Aufregung, konnten es kaum erwarten, wieder zum Spielen zu kommen.

Dann brachte Oma Phil wieder nach Hause. Ich zog ihn aus und machte ihn bettfertig, und ehe wir uns versahen, war es bereits 19 Uhr. Es klingelte, und der erste kleine Gast wurde abgeholt.

Kurz nach halb acht waren die Eltern aller Kinder dagewesen. Für die Mädels, denen man die Erschöpfung inzwischen deutlich ansah, fand das Abendprogramm im Schnelldurchlauf statt: Ausziehen, Zähne putzen, pullern gehen. Nach zehn Minuten lagen die Tiets im Bett, und noch ein paar Minuten später waren alle Drei eingeschlafen.

Das Fazit

„Kindergeburtstag“. Es gab eine Zeit, da hat mich allein das Wort schaudern lassen. Ganz so schlimm habe ich es schon eine Weile nicht mehr empfunden – vor allem vermutlich, weil ich mich innerlich mit der Notwendigkeit abgefunden hatten. Trotzdem waren wir vorher ziemlich nervös. Im Nachhinein können wir sagen: Halb so wild.

Alles hat prima funktioniert, die Kinder hatten ihren Spaß, es gab nicht die kleinste Katastrophe – es war ein bisschen, als wollte uns das Schicksal sagen: Seht ihr, wie einfach das geht? Ihr immer mit euren Bedenken. Nele hat ihren Tag genossen, und das ist letzten Endes das Einzige, worauf es ankommt. Und ich? Ich bin froh, dass ich jetzt ein ganzes Jahr Zeit habe, bis ich das gesammelte Wissen dieser ersten Kindergeburtstagsparty wieder nutzen muss…

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5 Kommentare zu „It’s Party Time“

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