10 Dinge, die ich als Mutter gut mache #Blogparade

Soeben habe ich nicht nur einen neuen Blog gefunden, sondern auf ebendiesem auch gleich eine wunderbare Blogparade: Jil postet auf „von Herzen und Bunt“, auf welche Dinge sie als Mutter besonders stolz ist.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ja an dieser Stelle aufgelistet, was mir zur „idealen“ Mutter fehlen würde (wenn ich denn versuchte, eine zu sein 🙂 ). Ich wollte schon ewig einen Folgebeitrag dazu schreiben. Schluss mit der ewigen Selbstkritik! Es gibt doch so viele Dinge, die wir Mamas toll machen. So viele Gründe, warum wir genau das sind, was unsere Familie braucht – und die die kleinen Mängelpunkte bei weitem überwiegen. Es ist an der Zeit, sich dessen mal wieder bewusst zu werden, und dafür passt Jils Blogparade perfekt.

Ich habe den Titel leicht abgewandelt, damit er in meine Kategorie „10 Dinge…“ passt, und so muss ich mein Gehirn ganz schön anstrengen, um statt der ursprünglich 5 nun 10 Punkte zu finden, die mir als Mama – beziehungsweise D. und mir als Eltern – wirklich gut gelingen. Nun denn, hier kommen sie:

  1. Ich lobe meine Kinder häufig. Obwohl ich auch ziemlich oft schimpfen muss, achte ich im Alltag sehr darauf, die Leistungen und Fortschritte der Tiets zu würdigen. Als Erwachsener – und vor allem als Mutter – fehlt es einem häufig, das berühmte positive Feedback. Das ist sehr schade, und deshalb versuche ich, es wenigstens bei den Tiets nicht zu vergessen: „Das hast du toll gemacht.“, „Da freut sich die Mama“ oder „Ich bin sehr stolz auf dich.“
  2. Ich lege extrem viel Wert auf die Ernährung meiner Familie. Der Großteil unserer Nahrungsmittel stammt aus dem Bioladen, ich koche immer selbst, Fertiggerichte existieren in meiner Welt nicht, familiäre Ausflüge zu McDonald’s & Co. ebenfalls nicht. Ich nehme mir jeden Tag eine halbe Stunde, um für den kommenden Tag die vorrangig mit Obst und Gemüse gefüllten Brotbüchsen für die ganze Familie vorzubereiten. Ich koche gern und viel, abwechslungsreich und mit saisonalem Zutaten. Ich abonniere eine tolle vegetarische Zeitschrift, über die ich bei Gelegenheit noch berichten werde, und finde dort unheimlich viel Inspiration. Dass ich Vegetarierin bin, beeinflusst mein Kochverhalten natürlich. Ich koche meist fleischlose Gerichte, aber nicht ausschließlich. Abhängig von den Wünschen meiner Familie gibt es also auch bei uns mal Bratwurst mit Sauerkraut, aber das ist kein Problem, weil ich Kartoffeln und Sauerkraut auch so ganz gern esse 🙂
  3. Ich bin ziemlich konsequent. Ich weiß nicht, ob meine Kinder das unbedingt als Vorteil ansehen, aber ich bin sehr konsequent. Es fällt mir nicht sonderlich schwer, einmal getroffene Aussagen auch einzuhalten. Das gilt einerseits für Verbote, andererseits aber auch für Zusagen: Ich gebe mir die größte Mühe, einmal gegebene Versprechen zu halten, auch wenn ich mich am nächsten Tag ohrfeigen könnte wegen meiner Sorglosigkeit (Die Tiets vergessen nichts. Gar nichts!). Das klappt natürlich auch deshalb so gut, weil D. es ganz genauso hält und wir als Eltern-Team an einem Strang ziehen.
  4. Das Fernsehen hat bei uns einen geringen Stellenwert. Noch so ein Punkt, den die Tiets vielleicht anders bewerten würden als ich. Aus einer Fortbildung hatten wir irgendwann gelernt, dass Fernsehen Kindern, die jünger als drei Jahre sind, schaden kann. Nicht unbedingt wegen des Inhalts der Sendungen, sondern aus der ganz einfachen biologischen Tatsache heraus, dass bis zu diesem Zeitpunkt schnelle, bewegte Bilder vom kindlichen Gehirn nicht verarbeitet werden und damit die Gehirnentwicklung beeinträchtigen können. Daraufhin beschlossen wir, es genauso zu handhaben: Fernsehen würde es für unsere Kinder erst geben, wenn sie drei Jahre alt wären, und auch dann nur dosiert. Für dieses Vorhaben wurden wir von allen Seiten belächelt – Freunde, Bekannte, Kollegen, alle waren der gleichen Meinung: „Das schafft ihr sowieso nicht“, „Wartet erst mal ab, bis ihr wirklich Kinder habt“, „Spätestens bei den Geschwistern seid ihr nicht mehr so streng“ und so weiter. Wir ließen uns nicht beirren – und es klappte alles, wie es sollte. Sowohl Nele als auch Lene mussten sich mit dem Fernsehen bis zu ihrem dritten Geburtstag gedulden. Bis auf besondere Gelegenheiten dürfen sie auch heute täglich nur etwa eine Viertelstunde fernsehen, manchmal – abhängig von ihrem Verhalten – auch gar nicht. Und Phil wird ebenfalls noch eineinhalb Jahre warten müssen, bevor er in den Genuss kommt. Damit will ich selbstverständlich nicht sagen, dass jeder unautorisierte Blick auf die Mattscheibe fürchterliche Konsequenzen nach sich zieht. Auch bei den Großeltern sind die Regeln etwas lockerer, vermute ich. Aber das grundlegende Prinzip funktioniert tadellos.
  5. Ich möchte meinen Kindern die Welt erklären. Auch wenn ich manchmal versucht bin, die hunderste nervige „Warum?“-Frage mit einem „Darum.“ zu beantworten: Wirklich getan habe ich  es noch nie. Ich gebe mir die größte Mühe, die Fragen der Tiets zu beantworten, so ehrlich und kindgerecht wie eben möglich. Eine Ausnahme sind zum Beispiel die provokanten „Warum“-Ketten, die insbesondere Lena kultiviert; für manche Dinge finde ich auch schlicht und ergreifend keine gute Erklärung. Wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, vertröste ich die Tiets mit einem „Das erzähle ich dir, wenn du ein bisschen größer bist.“
  6. Ich achte auf die (Aus-)Sprache der Tiets. Wir wohnen in einem kleinen sächsischen Dorf. Ich fühle mich wohl hier, und ich möchte auch nirgendwo sonst leben. Ich will unsere Herkunft nicht verleugnen, bin aber der Meinung, dass der Dialekt nicht unbedingt aufs Intensivste gepflegt werden muss. Gerade aus dem Kindergarten bringen die Tiets häufig Ausspracheversionen ihres Vokabulars mit, die mir die Haare zu Berge stehen lassen: Das berüchtigte „oooch“ statt „auch“ zum Beispiel, das aus einem Kindermund irgendwie noch furchtbarer klingt als aus dem eines Erwchsenen. Zugegebenermaßen ist es eine Gratwanderung, den Tiets beizubringen, sich beim Sprechen Mühe zu geben, ohne sie permanent zu korrigieren.
  7. Ich beziehe meinen Mann mit ein in alle Aspekte des Elternseins. Wie oft kann ich beobachten, dass der Vater eines Kindes von der Mutter angefahren wird, weil er „ja gar nicht weiß, wo die Feuchttücher liegen“ oder prinzipiell „sowieso alles falsch macht“, wie häufig sehe ich Mütter, die die Entscheidungen der Väter aushebeln mit Worten wie „Nachher, wenn Papa weg ist, bekommst du die Schokolade!“. Ich finde das schrecklich. Es ist mir sehr wichtig, dass Papa und Mama zwar unterschiedliche, aber vollkommen gleichberechtigte Elternrollen haben. Das beginnt mit unserem Modell der real geteilten Elternzeit, in der D. vier volle Monate allein mit Kind Zuhause war, während ich auf Arbeit ging, und das endet noch lange nicht mit der Tatsache, dass D. das gleiche Mitspracherecht hat wie ich, wenn es darum geht, welche Sorte Windeln gekauft wird oder was die Tiets anziehen.
  8. Ich mache mir mein Urteil nicht leicht. Zu einmal getroffenen Entscheidungen stehe ich, darum ging es ja schon im dritten Punkt. Dabei treffe ich sie nie leichtfertig: Ich informiere mich im Vorhinein über die Thematik, bespreche sie mit meinem Mann und wäge alle Optionen sorgfältig ab. Ich bemühe mich aber auch immer wieder, die eigene Meinung zu hinterfragen, zu prüfen, ob sie noch zeitgemäß ist und sie vielleicht auch mal mit der Herangehensweise anderer Eltern zu vergleichen.
  9. Ich versuche immer, mich in meine Kinder hineinzuversetzen. Wenn Lena mal wieder einen Anfall hat und vor Wut brüllend auf dem Boden liegt, wenn Nele wegen einer Nichtigkeit in Tränen ausbricht und durch kein vernünftiges Argument der Welt zu beruhigen ist, wenn ich eigentlich stocksauer bin: Ich versuche, mich daran zu erinnern, wie es mir selbst in solchen Situationen ging, wie ich mich als Kind dabei gefühlt habe. Auch wenn es mir bei weitem nicht immer gelingt: Oft hilft diese Methode, das Problem zu deeskalieren.
  10. Ich kümmere mich um mich selbst. Der letzte Punkt auf meiner Liste mag zunächst ein bisschen seltsam klingen. Mir ist es sehr wichtig, mich trotz meiner Mutterrolle als Mensch mit eigenen Bedürfnissen nicht aufzugeben. So gönne ich mir im Alltag mit Regelmäßigkeit kleine Auszeiten: Der morgendliche Kaffee am Wochenende zum Beispiel, wenn die Kinder im Spielzimmer sind und ich eine halbe Stunde ganz allein in der Küche sitze und lese, oder die abendliche DVD-Session zusammen mit meinem Mann, wenn die Kinder längst im Bett liegen und ich die Haushalts- und Mutterpflichten einfach mal liegenlasse. Ich bin überzeugt, dass eine gesunde Portion mütterlichen Egoismuses letztendlich auch den Kindern gut tut: Zufriedene Mama ist entspannte Mama sind entspannte Tiets. So einfach kann die Gleichung manchmal sein 🙂
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