Elternzeit ade

Gestern sind sie offiziell zu Ende gegangen: D.s zehn Elternzeit-Monate für Phil. Seine nunmehr dritte – und höchstwahrscheinlich letzte – Elternzeit. Die entspannten Wochen, in denen er nur Montag, Dienstag und 14-tägig Mittwoch auf Arbeit gehen musste. Es ist irgendwie eigenartig, wenn ich darüber nachdenke, dass es das nun endgültig gewesen ist mit der bemerkenswerten Flexibilität unserer Arbeitszeiten. Immerhin bin ich in den letzten sechs Jahren gut 32 Monate lang überhaupt nicht auf Arbeit gegangen, die restliche Zeit „nur“ im Rahmen eines 30 Stunden-Vertrags. Im selben Zeitraum war D., abseits von seinem regulären Vollzeitjob, jeweils 10 Monate lang nicht auf Arbeit und 10 Monate lang mit „nur“ 20 Wochenstunden tätig. Ein ziemlich angenehmes Arbeitszeitregime also.

Phil haben wir langsam an den veränderten Rhythmus herangeführt: Schon im letzten Jahr haben wir ihn immer mal wieder auch Donnerstag in die Krippe gebracht, vor drei Wochen hatte er dann seine erste volle Woche inklusive Freitag. Ich denke, er hat den Unterschied gar nicht gemerkt. Auch in der zweiten Wochenhälfte fordert er früh von seinen Schwestern die Hand ein, um sich von ihnen zum KiTa-Gebäude führen zu lassen, stiefelt er energisch vorneweg in sein Gruppenzimmer, ohne Mama noch eines Blickes zu würdigen, und begrüßt er sie am Nachmittag freudestrahlend, ohne ihr die lange Abwesenheit zum Vorwurf zu machen. Obwohl er sich jetzt nicht mehr die halbe Woche Zuhause erholen kann, hat Phil bis jetzt noch keine neuen Krankheiten mitgebracht – aber gut, er hat ja auch bereits eine ganze Weile Übung im Umgang mit KiTa-Viren. In dieser Hinsicht läuft also alles prima.

Und von unserer Seite aus? Wir tauchen jetzt das erste Mal in einen Alltag ein, in dem die Leben von drei Kindern und zwei berufstätigen Eltern koordiniert werden wollen. Das klingt sicherlich dramatischer, als es ist – immerhin gehen wir ja schon seit 10 Monaten beide zusammen auf Arbeit, wenn auch nur die halbe Woche. So viel wird sich also wahrscheinlich gar nicht ändern.

Aber an irgendeiner Stelle wird sie uns doch fehlen, die freie Zeit. Ab jetzt heißt es also: Fünf Tage in der Woche 5.30 Uhr in der Früh aufstehen. Fünf Tage in der Woche die Brotdosen für alle fünf Familienmitglieder vorbereiten. Keine To Do-Listen mehr für Papa, die mit der sicheren Gewissheit geschrieben werden, dass sie von ihm in aller Ruhe an den Donnerstagen und Freitagen abgearbeitet werden können. Den ein oder anderen beim Arbeitgeber eingereichten Kind-krank-Tag mehr, weil Papa eben nicht „sowieso zu Hause ist“ und sich kümmern kann.

Alles machbar, aber… Seufz.

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