Neurodermitis oder so was Ähnliches – der Geschichte dritter Teil

So richtig zur Ruhe kommen wir ja nicht, was die Hautprobleme bei den Tits anbelangt.

Den Anfang gemacht hat Nele in ihrem ersten Lebensjahr mit kleinen kreisrunden, über den ganzen Körper verteilten roten Flecken, als deren Auslöser wir nach einiger Zeit die Kuhmilch identifizieren konnten – trotz eines entsprechenden Test beim Kinderarzt, der eindeutig negativ auf Kuhmilchallergie oder Laktoseintoleranz ausfiel.

Weiter ging es mit Lena, die mit zweieinhalb Jahren – kurz nach einer Impfung – plötzlich großflächigen, juckenden Ausschlag am Rücken, am Po und in den Armbeugen bekam. Hier dauerte die Suche schon etwas länger, und erst der Besuch in einer Naturheilpraxis brachte langsam Besserung. Am Ende fanden wir auch bei Lena die eigentliche Ursache des Problems. Wir stellten, so gut es eben ging, auf eine weizenfreie Ernährung um, und der Ausschlag verschwand irgendwann komplett. Inzwischen hat sie sich soweit stabilisiert, dass es ihr nicht schadet, wenn sie doch ab und an ein Stück Kuchen oder ein helles Brötchen isst. Nur wenn wir allzu nachlässig werden – zum Beispiel über die Weihnachtsfeiertage, als es allenthalben Plätzchen und Stollen und sonstige Leckereien gab – zeigen erst trockene, dann gerötete Armbeugen bei Lena an, dass wir schleunigst wieder besser aufpassen müssen. Alles in allem haben wir die Sache aber gut im Griff.

Und nun stellt uns Phil auf die Probe. Das dritte Tiet, die dritte Version von Hautproblem: Vor einigen Monaten entwickelte unser Jüngster auf seinen Wangen und dem Kinn ein rotes, flächiges Ekzem. Die betroffenen Stellen im Gesicht waren richtig heiß, und Phil wurde entsprechend unleidlich, wenn man sie berührte. Kein Problem, dachten wir in unserer elterlichen Naivität, schließlich sind wir inzwischen Experten auf diesem Gebiet. Wir hielten uns in der Folge an all die Mittel, die bei den Mädchen so erfolgreich waren: Milch? Unkritisch, gibt es sowieso keine bei uns. Weizen? Komplettverzicht nun auch bei Phil. Als keine Besserung in Sicht war, befragten wir Google und erweiterten den Maßnahmenkatalog: Waschmittel? Von jetzt an wuschen wir Kleidung, Handtücher und Bettwäsche komplett ohne Waschmittel – es gibt da so einen praktischen Waschball, der tatsächlich ziemlich gut funktioniert. Kälte? Wir kauften reine Vaseline ohne Wasser und Zusätze und schmierten Phil stoisch damit die Wangen vor jedem Gang ins Freie ein, selbst als es draußen langsam wärmer wurde und von Kälte keine Rede mehr sein konnte.

Und siehe da, wie sollte es auch anders sein: Es half alles nichts. Das Ekzem wurde mal besser, mal schlechter, manchmal entzündeten sich die Stellen regelrecht, manchmal verblasste der Ausschlag für ein bis zwei Tage, nur um dann in neuer Heftigkeit von vorn zu beginnen. Nach fast einem halben Jahr erfolglosen Herumprobierens sind wir inzwischen auf dem Boden der Tatsachen angekommen: Nein, auch wir als krisenerprobte Eltern haben im Grunde nicht die geringste Ahnung.

Irgendwie sind wir aber überzeugt davon, dass es eine Ursache gibt – und die werden wir früher oder später finden. Wir beschlossen, noch einmal Rat bei der Naturheilpraktikerin zu suchen, die uns schon bei Lena sehr weitergeholfen hat. (Auf die Idee hätten wir ja auch mal eher kommen können. Hrmpf.) Am Montag Mittag holte ich Phil im Kindergarten ab und fuhr mit ihm bei strahlenden Sonnenschein quer durch die Dörfer in die esoterisch anmutende Praxis, die ich bereits kannte. Phil mit seinen anderthalb Jahren, als kleiner Rumbuff, der er nun mal ist, und dem überdies der Mittagsschlaf fehlte, war natürlich nicht halb so geduldig wie Lena damals. Es war schon eine Herausforderung, ihn auf der Liege auch nur annähernd zur Ruhe zu bringen. Wenigstens für die Dauer der kinesiologischen Behandlung hielt er still. Die osteopathische Therapie konnte dann schon nur noch zur Hälfte durchgeführt werden – sehr zu meinem Bedauern, weil ich große Stücke auf deren Wirkung halte. Aber was nicht ist, das ist eben nicht. Am Ende verließen wir die Praxis bereits nach einer guten halben Stunde wieder, mit einigen neuen Informationen und jeder Menge Aufgaben im Gepäck.

Wie geht es jetzt weiter? Am Wochenende werde ich mal wieder eine homöopathische Eigenblutlösung herstellen (glücklicherweise kann Phil noch keine Sätze formulieren. Lenas empörte Reaktion auf ihren Pieks damals ist mir noch recht gut in Erinnerung). Ich werde bei der Zubereitung von Phils Mahlzeiten verstärkt Rindfleisch, Fisch und Nussöl einbinden. Und dann haben wir ab jetzt noch einige Salben und Tropfen mehr in unserer Hausapotheke, die dort Erfolg haben sollen, wo herkömmliche Cremes versagt haben. Gong. Die nächste Runde hat begonnen.

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