Linguistik par excellence

Der kleine Phil, der ist ein richtiger Experte. Er hat nämlich begriffen, wie es läuft im Leben.

So zum Beispiel beim Essen: Phil sitzt auf dem Duhl am Dich. Er weiß, dass neben dem Deller Messa und Babel liegen, auch wenn ihm noch nicht ganz klar ist, wieso ihm selbst der Zugriff auf diese Instrumente verwehrt wird. Phil hat genaue Vorstellungen, woraus sein Frühstück zu bestehen hat, nämlich aus Bötch mit Buder und Lade oder Honis. Auch ein Ei steht ab und zu auf dem Speiseplan – aber nur unter der Voraussetzung, dass er es selber schälen darf: „I-machs!“ Wenn mittags das Essen dampft, ist es vermutlich eis, deswegen muss er budden (=pusten). Nach dem Kindergarten gibt es Zuhause Vesper. Seitdem Phil mitbekommen hat, dass die Mädels – sobald sie ihre Brotdosen aus dem Rucksack geholt und eventuelle Rester aufgegessen haben – eine Süßigkeit erhalten, fordert auch er energisch seine Keit ein, welche je nach Tagesform auch gern eine Nuss sein darf (=M&M’s).

Beim Abendessen steht bei Papa Bier und bei ihm selbst Dee (= Wasser), was getrunken werden kann, sobald er Dust hat. Wenn Phil mit wissenschaftlicher Präzision seine Dasse auskippt, wird es nasswas mit einem eindeutigen „Oh-oh“ zu kommentieren ist. Anschließend muss ein Tu verlangt werden, um das Malheur wieder wegzuwischen. Phil mag Wust, auch Meit (=Marmite) darf ihm Mama manchmal aufs Bot streichen. Beim Obst ist er wählerisch: Noni ist zurzeit sein absoluter Favorit. Abl würde er gern essen, darf aber nicht, weil er den nicht verträgt. Die meisten anderen Obstsorten sind ihm gleichgültig, nur zum Verzehr von Nane lässt er sich gelegentlich herab. Hat Phil die Nase voll von den Häppchen, die vor ihm liegen, reicht er sie stückweise zu Papa oder den Schwestern herüber: „Bitte!“ Danach kann er stolz vorweisen, dass der Teller nun alle ist.

Wenn die Familie fertig mit dem Essen ist, will Phil aufdehn, damit er sich Hände und Mun, manchmal auch die Nas, waschen kann. Dann steuert er unverzüglich die Treppe an, um ins Spielzimmer im Obergeschoss zu gelangen. Dort (oder auf der zweiten Etage des Hochbetts, oder auf dem Tisch, oder oder oder) angekommen, verkündet er stolz rufend, dass er nun obn ist.

Im Spielzimmer kann Phil maln und dabei Teppich und Tische vollkritzeln, wenn gerade keiner hinschaut. Auch mit den kleinen Autos kann er sich lange beschäftigen. Hier hat es ihm vor allem der An-her (=Anhänger) angetan, den er stundenlang ans Müllauto an- und wieder abbauen kann.  Oder Phil pielt mit der Bahn von Lego Duplo. Leider geht manchmal die schön aufgebaute Schienenstrecke putt. Glücklicherweise kommt, wenn das Manno nur laut genug ist, Mama hoch und baut sie wieder.

Am liebsten aber ist Phil an der frischen Luft. Logisch, dass vorher die Duh angezogen werden müssen, oder, im Sommer, die Daln (=Sandalen). Wenn schließlich auch Dacke und Mütz angezogen sind, kann es losgehen. Ab nach draußen in den Dand oder auf eine der vielen Baustellen von Papa, um mit den Deinen (=Steinen) zu spielen. Aber wehe, Papa schickt sich an, mit den Schwestern das Grundstück zu verlassen – zum Beispiel, um Fahrrad zu fahren. Dann muss Phil natürlich „au mit!“ Seine Augen leuchten, während er sich den Hemm aufsetzen lässt, denn dann kann er endlich auf dem Torrad durch die Gegend cruisen. Kleine Unfälle gehören dazu, dann gibt es ein Au-weh, aber wenn die Eltern das ordnungsgemäß registriert haben, ist auch schon wieder alles gut.

Im Auto mitzufahren findet Phil auch toll. Auf der Straße gibt es so viel zu sehen: Jedes einzelne Audo wird lautstark zur Kenntnis genommen, jeder Daddor fröhlich quittiert. Wenn irgendwo ein Buss, eine Tatü-Tata oder gar ein Ba (=Bagger) zu entdecken sind, kennt Phils Begeisterung keine Grenzen.

Keine Frage, dass sich Phil mit der abendlichen Routine ebenfalls bestens auskennt. Er wird aufs Klo gesetzt und geht bullern. Wenn er derdig ist, kann er runner. Die Windel ist prinzipiell bäh, und trotzdem muss er sie sich jede Nacht wieder gefallen lassen.

Die Zähne darf Phil zuerst selber putz. Sind beide Eltern im Badezimmer, unterläuft Mama häufig der Fehler, zu fragen, ob sie nachputzen soll. Dann erntet sie nur ein grimmiges „Du-nich! Papa!“

Eigentlich ist Phil ja schon groß. Aber ab und zu brauchen auch große Jungs noch das Nuni. Dann können sie friedlich einschlafen im Bettch neben Papa, den Wauwau und Mo (=Moby) im Arm und die Dedde bis an die Nasenspitze hochgezogen…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s