Laus und vorbei

Am Montag finde ich in Neles Rucksack einen dicht bedruckten Informationszettel, welcher mich höflich darüber informiert, dass in der Kindergartengruppe meines Kindes Kopfläuse aufgetreten seien. Es folgen eine ausführliche Beschreibung dieses Sachverhalts sowie die Anweisung, die Haare meines Kind auf Läuse hin zu untersuchen und gegebenenfalls entsprechend zu behandeln.

Alle klar, kein Problem, denke ich. Irgendwann musste das ja mal passieren, im Grunde wundert es mich, warum wir erst jetzt das erste Mal damit konfrontiert werden – schließlich sind Kopfläuse in Kindergärten ja nicht gerade eine Seltenheit.

Ich begebe mich also mit den Tiets ins Spielzimmer, und während Lena und Phil sich ihrem Spielzeug widmen, setze ich mich mit Nele auf den Boden vors Fenster und beginne mit der Arbeit. Ich unterziehe das blonde, halblange Haar meiner Tochter einer eingehenden Untersuchung, Strähne für Strähne, und stehe plötzlich vor der Frage: Wie erkenne ich so eine Laus eigentlich?

Offensichtlich lebende Exemplare finde ich keine. Stattdessen fallen mir einige dunkle Punkte auf der Kopfhaut auf, die aber ziemlich rund, beinlos und überdies unbeweglich, also vermutlich keine Läuse sind. Das wird wohl eher Dreck sein… Oder? Dann wären da noch die ominösen Nissen, die laut Informationsblatt weißlich und tropfenförmig aussehen sollen. Weiße Tropfen an den Haaren sehe ich aber auch nicht. Dagegen bemerke ich vereinzelt dunkle Rückstände, die sich, wie beschrieben, nicht auskämmen lassen und sich auch tatsächlich im Abstand von weniger als einem Zentimeter zur Kopfhaut befinden. Also ist das vielleicht der Beweis?

Ich habe wirklich keine Ahnung. Und was soll ich nun ankreuzen auf dem Zettel? Ja, ich habe Läuse gefunden (und die geforderten Gegenmaßnahmen ergriffen), oder nein, mein Kind ist lausfrei?

Ich rufe D. an und bitte ihn, auf dem Nachhauseweg aus der Apotheke vorsichtshalber ein Mittel gegen Läuse mitzubringen. Sobald er da ist, schicke ich ihn zur eingehenden Begutachtung von Neles Kopfhaut ins Spielzimmer – 4 Augen sehen bekanntermaßen mehr als zwei. Geduldig lässt unsere Älteste die Prozedur das zweite Mal über sich ergehen. Als D. fertig ist, sieht er mich genauso ratlos an, wie ich mich vorhin gefühlt habe, und zuckt die Schultern.

Tja, für irgendwas müssen wir uns nun aber entscheiden. Wir beschließen, in den drei oder vier dunklen Tropfen im Haar Lausnachwuchs zu erkennen und wenden das Shampoo aus der Apotheke wie auf der Packung beschrieben an: Einwirken lassen, ausspülen, Haare mit Lauskamm auskämmen. Ich setze mein Kreuzchen im „Ja“-Feld und lege den Abschnitt ordnungsgemäß wieder zurück in den Rucksack. Laus und vorbei. Vielleicht? Irgendwie.

Monat zwölf im Leben zu fünft

Oder: Läuft.


Der Monat wird eingeläutet mit Lenas drittem Geburtstag. Das Wetter ist toll, wir können draußen auf der Terrasse feiern, und Lena genießt es sichtlich, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Riesengroß ist sie geworden, die kleine Maus – im Alltag, mittendrin zwischen der großen Schwester und dem Nesthäkchen rückt das nur allzu oft in den Hintergrund. Dabei haben wir allen Grund, stolz auf sie zu sein: Lena hat eine schnelle Auffassungsgabe, sie steht Nele kaum nach, was die sprachlichen Fähigkeiten betrifft, kann sich ziemlich lange konzentriert allein beschäftigen und ist überdies in all ihrem Tun rundherum süß. Den Übergang in den Kindergarten hat sie ohne größere Probleme gemeistert, das bestätigt auch ihre Erzieherin, die sie als liebes, kluges Kind beschreibt. Ob sie sich bei ersterem Attribut versprochen hat? Nein, Spaß beiseite: Lena hat tatsächlich eine sehr liebe, kuschelbedürftige, sensible Seite. Die muss man allerdings suchen, denn sie versteckt sich meist hinter dem Schalk, der ihr im Nacken sitzt und aus den hübschen braunen Augen blitzt, wann immer sie uns ansieht.

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Monat zehn im Leben zu fünft

Oder: Mein Kumpel, der Staubsauger


Es ist unglaublich, wie die Zeit vergeht (Nicht minder unglaublich ist es, wie oft ich diesen Satz schon von mir gegeben habe, seitdem ich Kinder habe). In nur zwei Monaten feiern wir Phils ersten Geburtstag. Davor steht Lenas dritter Geburtstag an, und nur wenige Wochen später wird Nele fünf Jahre alt. Damit haben wir bald die kumulierte Energie von 9 Jahren Kleinkind im Haus… Weiterlesen…

Monat neun im Leben zu fünft

Oder: So ein eigener Wille ist doch was Feines


Ein ereignisreicher Monat neigt sich dem Ende zu. Eingeläutet wurde er mit einer entscheidenden Änderung unseres Alltagsrhythmus: Während ich meinen Wiedereinstieg auf Arbeit hatte, startete Phil in der Kinderkrippe durch. Dort klappt bis jetzt alles super, insbesondere, wenn man bedenkt, dass er die Umstellung vier Monate zeitiger als seine Schwestern meistern musste. Phil fremdelt nicht, isst gut und hat – soweit ich das beurteilen kann – Spaß an all dem neuen Spielzeug und den vielen kleinen Menschlein, die dort überall herumlaufen. Nur mit dem Mittagsschlaf hapert es noch ein wenig, wobei das Thema Schlaf ja auch Zuhause nicht immer unproblematisch ist. Weiterlesen…

Drei Kinder im Kindergarten…

… bedeutet offensichtlich auch, ein dreifach schlechtes Gewissen verdient zu haben. In jedem der Rucksäcke unserer Kinder lag heute dieses kleine Zettelchen – wohl, um sicherzustellen, dass wir mindestens ein Exemplar auch wirklich lesen. Falls wir eins übersehen. Oder verlieren. Oder ignorieren.

Ja, ich gebe es, zu: D. und ich gehören beide zu der Kategorie Eltern, die sich nicht engagieren. Die sich nicht in Listen eintragen. Die beim Hinbringen und Abholen der Kinder ihre Aufenthaltszeit in den Räumlichkeiten der Kindertagesstätte auf ein Minimum beschränken.

Dabei sind wir keine rücksichtslosen Eltern: Wir halten uns an die Haus- und an die Parkordnung. Wir steuern jede Woche unseren Anteil an Obst bei. Wir bringen Frühstück für die Gruppe mit, wenn eines unserer Kinder Geburtstag hat. Wir lassen die Kinder Zuhause, wenn sie krank sind. Das gehört sich so und ist absolut unstrittig. Aber wenn es um die Teilnahme an irgendwelchen Festen oder, schlimmer noch, deren aktive Mitgestaltung geht, hört es bei uns auf.

Muttertagskaffee: Eine feine Idee, wirklich, aber welche arbeitende Mutter kann 15 Uhr vor Ort sein – oder, im Idealfall, schon 14.45 Uhr, wenn sie gedenkt, einen Parkplatz zu bekommen – und hat dann noch die Zeit, sich eine Stunde lang zum gemütlichen Plausch bei Kaffee und Kuchen ins Gruppenzimmer zu setzen? Oma-und-Opa-Tag: Ebenfalls eine nette Sache, aber auch meine Eltern und Schwiegereltern sind berufstätig. Das macht es ihnen unmöglich, die für 15 Uhr angesetzte Veranstaltung zu besuchen. (Die Reaktion auf meine entsprechende Mitteilung war ein bedauerndes: „Das ist ja traurig für Nele. Dass dann gar keiner für sie da ist…“ Da war es wieder, das schlechte Gewissen.)

Nun also das Märchenfest. Ein paar Worte auf dem Zettel stechen mir besonders ins Auge: Nicht, dass die nächsten Feste für unsere Kinder ausfallen müssen. Jetzt mal ehrlich, für wen sind denn derartige Veranstaltungen wirklich gedacht? Für die Kinder, weil ihnen 5 Tage Kindergarten in der Woche noch nicht ausreichen? Weil sie ihre Freizeit statt Zuhause oder bei Ausflügen mit Mama, Papa, Oma, Opa auch am Wochenende viel lieber im Kindergarten verbringen? Hm. Ich wage vielmehr die Behauptung, dass solche Feste in erster Linie für die Erwachsenen sind. Für die Eltern und Großeltern, die sich vielleicht die Örtlichkeiten einmal genauer ansehen wollen, in denen ihre Kinder und Enkel in der Woche untergebracht sind, die sich vielleicht einmal ausführlicher mit den Erzierherinnen und Erziehern unterhalten wollen, ja, die vielleicht auch einfach nichts Anderes zu tun haben. Das ist vollkommen in Ordnung. Wer das Fest besuchen will, aus welchen Gründen auch immer, sollte sich auch in irgendeiner Form am entstehenden Arbeitsaufwand beteiligen. Wer seine soziale Ader auslebt, wer freiwillig aushilft, nur um des Helfens willen, der hat Achtung verdient.

Aber ich finde es absolut nicht in Ordnung, wenn uns ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, nur weil wir als arbeitende Eltern mit drei Kindern die wenige freie Zeit, die wir haben, nicht dem Kindergarten zur Verfügung stellen.

Dass soll keinesfalls heißen, dass ich die tägliche Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher nicht wertschätze. Im Gegenteil: Ich habe den größten Respekt vor ihnen, weil sie sich tagtäglich der Herausforderung stellen, sich um eine Horde mehr oder weniger gut erzogenener Kleinkinder zu kümmern, Essen, Schlafen, Spielen zu koordinieren, Basteleien erstellen und Lieder zu singen und Gedichte zu üben – und das bei vermutlich völlig unzureichender Entlohnung.

Ich könnte mir im Übrigen vorstellen, dass es auch den Erzieherinnen und Erziehern nicht an alternativen Ideen mangelt, wie sie ihr Wochenende gestalten könnten. Aber das ist natürlich nur so eine Vermutung.

Der erste Arbeitstag. Für zwei.

Heute war ein ziemlich spannender Tag für uns, an dem zwei große Premieren auf dem Plan standen: Phil hatte seine in der Kinderkrippe, und ich die meine auf Arbeit.

Der Wecker klingelte heute bereits 5.30 Uhr, statt, wie all die Monate zuvor, erst eine halbe Stunde später. Dank der zusätzlichen halben Stunde sind wir pünktlich 7 Uhr aus dem Haus gekommen. Und dann sind wir in Kolonne im Kindergarten eingerückt: Zwei Eltern und drei Tiets in zwei Autos, beladen mit zwei Rucksäcken, zwei Matschhosen, einer Baby-Trinkflasche und einem Gläschen Brei. Weiterlesen…

Willkommen in Leipzig, Paul!

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